Den Kosten-Preis-Druck in der Stahlindustrie verstehen

Die Kosten-Preis-Schere (manchmal auch als Preis-Kosten-Schere bezeichnet) ist den meisten strategischen Planern der Stahlindustrie ein ziemlich bekanntes Phänomen. Es ist ein Konzept, das es schon seit vielen Jahren gibt. Er bezieht sich auf den langfristigen Trend sinkender Produktkosten in der Stahlindustrie, wie die im Laufe der Zeit zu beobachtenden sinkenden Endproduktpreise belegen. In diesem Sinne sollte – ungeachtet des sinkenden Erlöses pro Tonne – daran erinnert werden, dass der Engpass der Industrie zugute kommt, indem die preisliche Wettbewerbsfähigkeit von Stahl gegenüber anderen Baumaterialien wie Holz, Zement usw. erhalten bleibt.

Sinkende Kosten

Die zentrale Annahme hinter dem Squeeze ist, dass die Kosten pro Tonne eines Stahlprodukts – sei es eine Stahlplatte oder ein warmgewalztes Coil oder ein Stangen- oder Stangenprodukt – im Durchschnitt (nominal) von Jahr zu Jahr sinken. Diese Annahme lässt natürlich kurzfristige Schwankungen der Stahlpreise (z. B. aufgrund des Preiszyklus; oder aufgrund sich von Jahr zu Jahr ändernder Rohstoffkosten) außer Acht, da sie einen langfristigen Trend beschreibt. Im Laufe der Zeit fallende Preise für fertige Stahlprodukte stehen in völligem Widerspruch zu den steigenden Preisen für viele Konsumgüter. Diese fallenden Preise für Stahl werden jedoch (meistens) durch erhebliche technologische Veränderungen verursacht, die die Produktionskosten der Stahlherstellung beeinflussen. Zu den technologischen Entwicklungen gehören:

  • Änderungen in den Produktionsprozessen der Stahlherstellung im Schmelzwerk. Eine sehr bemerkenswerte Veränderung in den letzten 25 Jahren war der Wechsel vom Herdofen zum einfachen Sauerstoffofen und zur Stahlherstellung im Elektroofen. Die offene Herdstahlherstellung ist nicht nur sehr energieineffizient. Es ist auch ein langsamer Stahlherstellungsprozess (mit langen Tap-to-Tap-Zeiten) mit relativ geringer Arbeitsproduktivität. Der Wechsel vom Offenherdofen zum einfachen Sauerstoffprozess oder zur Stahlherstellung im Elektrolichtbogenofen ermöglichte erhebliche Kosteneinsparungen bei der Stahlherstellung sowie andere Vorteile wie verbesserte Stahlmetallurgie, verbesserte Umweltleistung usw. Dies ist ein gutes Beispiel für einen historischen Schrittwechsel in der Stahlerzeugungstechnologie einen großen Einfluss auf die Produktionskosten haben.
  • die Umstellung von Blockguss auf Strangguss. Hier war – abgesehen von erheblichen Produktivitätssteigerungen – der Hauptvorteil der Investition in Stranggießen von Brammen, Knüppeln oder Vorblöcken eine Ausbeuteverbesserung von ~7,5 %, was viel weniger Stahlverschwendung bedeutet
  • Leistungsverbesserungen des Walzwerks in Bezug auf Energieeffizienz (z. B. Heißbeschickung), reduzierte Ausbrüche, verbesserte Prozesssteuerung usw., was zu geringeren Umbaukosten des Walzwerks führt
  • weniger Rüstabfall durch Computerisierung, was eine bessere Planung und Optimierung der Chargengröße ermöglicht
  • niedrigere Bestandskosten durch Einführung moderner Produktionsplanungs- und Steuerungstechniken usw.

Die obige Liste soll eher indikativ als erschöpfend sein – sie zeigt jedoch, dass technologiegetriebene Verbesserungen dazu geführt haben, dass die Produktionskosten pro Einheit der Stahlherstellung im Laufe der Zeit aus verschiedenen Gründen gesunken sind. Für die Zukunft ist die implizite Erwartung, dass die Kosten im Zuge neuer technologischer Entwicklungen weiter sinken werden [e.g. involving robotics, or near net shape casting] ermöglichen.

Sinkende Preise

Die Bezugnahme auf den Begriff Preis im Begriff Kosten-Preis-Schere ergibt sich aus der Annahme, dass bei sinkenden Kosten die Kostenvorteile in Form niedrigerer Stahlpreise an die Verbraucher weitergegeben werden; und es ist dieses Verhalten, das im Laufe der Zeit dazu beiträgt, die Kostenwettbewerbsfähigkeit von Stahl gegenüber anderen Rohstoffen aufrechtzuerhalten. Der langfristige Kostenrückgang schlägt sich daher in einem dauerhaften Preisdruck nieder.

Wie wichtig?

Während das Ausmaß des Engpasses nicht so einfach zu berechnen ist – da sich Legierungsgehalt, Produktbreite und -dicke, Stahloberfläche usw. im Laufe der Zeit häufig erheblich ändern – ist eine anerkannte Branchenweisheit, dass der Kostendruck einem Verlust von etwa 1 % entspricht. pro Jahr aus der Einnahmequelle (eher nominell als real). Einige Branchenexperten verwenden einen viel aggressiveren Squeeze: Insbesondere fordert die Europäische Kommission, dass ein jährlicher Squeeze von 2,5 % angenommen werden muss, um die Lebensfähigkeit von Stahlwerken zu bestimmen – aber die Autoren weisen darauf hin, dass diese Verwendung für besondere Testumstände gedacht ist.

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