Solarstrom und Einspeisetarife

Eine Einspeisevergütung ist ein Prämiensatz, der für Strom gezahlt wird, der von einer ausgewiesenen erneuerbaren Stromerzeugungsquelle wie einer Dachsolaranlage oder einer Windkraftanlage in das Stromnetz zurückgespeist wird. Derzeit gibt es in über 40 Ländern weltweit Einspeisevergütungen für erneuerbare Energien.

Deutschland geht bei der Einspeisevergütung vorbildlich vor

Die wohl erfolgreichsten Einspeisevergütungsgesetze wären die in den letzten 15 Jahren in Deutschland eingeführten. 1991 führte die Bundesregierung das Stromeinspeisegesetz ein, das die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien wie Solarenergie in das Netz gesetzlich regelt. Dieses Gesetz verpflichtete die Versorgungsunternehmen, Strom aus erneuerbaren Quellen, wie z. B. aus heimischen Solaranlagen, zu festgelegten Tarifen (Einspeisevergütungen) zu beziehen.

Das Programm wurde im Jahr 2000 ausgeweitet und verbessert und war verantwortlich für das dramatische Wachstum des deutschen Marktes für erneuerbare Energien, insbesondere der Solar-Photovoltaik-Industrie. In den fünf Jahren ab 2000 hat sich die in das Netz eingespeiste Strommenge aus förderfähigen Quellen mehr als verdoppelt, mit einer Versiebenfachung der installierten Photovoltaik (PV)-Leistung auf über 1.500 MW bis Ende 2005.

Warum brauchen wir Einspeisevergütungen?

Die private Solarenergie ist aufgrund der hohen Einstiegskosten etwas benachteiligt. Der Markt berücksichtigt nicht den wahren Wert und die vielen Vorteile für das Stromnetz, die sich aus der Einführung von Technologien für erneuerbare Energien ergeben, die in das Stromnetz eingebettet sind.

Solar-PV bietet, wie andere erneuerbare Energiequellen, Vorteile für die Umwelt durch reduzierte Treibhausgasemissionen und soziale Vorteile durch die Entwicklung der Industrie und die Schaffung von Arbeitsplätzen – zum Beispiel durch die Installation von netzgekoppelten Solarsystemen, jeweils mit entsprechendem wirtschaftlichem Nutzen.

Eine Einspeisevergütung behebt dieses systembedingte Marktversagen und belohnt die Solarstromerzeugung für ihren wahren Wert für den Strommarkt und die Gesellschaft insgesamt, indem sie einen finanziellen Anreiz für die Einführung erneuerbarer Energien bietet.

Entwurf eines Einspeisevergütungssystems

Damit eine Einspeisevergütung effektiv ist, muss die angebotene Vergütung so gestaltet sein, dass Befürworter von Solaranlagen angemessen belohnt werden. Es gibt drei Schlüsselelemente eines Einspeisemechanismus, die berücksichtigt werden müssen: Das Preisniveau des Tarifs; die Messmittel; und die Dauer des Programms. Es ist die richtige Kombination dieser drei Elemente, die über den Erfolg oder Misserfolg eines Einspeisemechanismus entscheidet.

Ein wirksames System würde eine Einspeisevergütung von mindestens dem Vierfachen des Markttarifs umfassen, die auf die gesamte Leistung einer Solarstromanlage gezahlt wird (über Bruttoproduktionsmessung) und für mindestens 15 Jahre angeboten wird. Nur eine Bruttoeinspeisevergütung, die auf oder über diesen Niveaus liegt, würde die Einführung von Solar-PV für die Bandbreite der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Vorteile, die sich aus dieser Technologie ergeben, angemessen belohnen und die Einführung in ausreichendem Maße fördern, um die politischen Ziele zu erreichen.

Als Deutschland im Jahr 2000 Bruttoeinspeisevergütungen einführte, verdoppelte es die Menge des aus erneuerbaren Energiequellen erzeugten Stroms und passte sein Ziel für 2010 von 12,5 % des Gesamtenergieverbrauchs an. Es ist jetzt drei Jahre früher als geplant.

Als Folge dieses Erfolgs hat Deutschland kürzlich sein Erneuerbare-Energien-Ziel auf 27 % der gesamten Stromerzeugung bis 2020 erhöht. Auch die Bruttoeinspeisevergütung hat fast 250.000 neue Arbeitsplätze in der Erneuerbare-Energien-Branche geschaffen, die bald die Automobilindustrie überholen werden als Arbeitgeber Nummer eins der Nation.

Die deutsche Solarstrombranche schafft jetzt dreimal so viele Arbeitsplätze pro installiertem Megawatt wie die Kohlestromindustrie – und das alles in einem Land, das viel weniger Sonnenschein erhält als andere Teile der Welt, die nicht an ähnlichen Programmen teilnehmen oder sich nur daran beteiligen minimale Beteiligung.

Internationale Erfahrungen zeigen uns, dass Bruttoeinspeisevergütungen sehr erfolgreich sein können, wenn es darum geht, den Einsatz erneuerbarer Energien zu fördern, den Klimawandel zu bekämpfen und starke lokale Industrien und Arbeitsplätze zu schaffen.

Tarifverfügbarkeit

Wie bereits erwähnt, gibt es inzwischen in rund 40 Ländern auf der ganzen Welt eine Art von Einspeisevergütungsanreizen. Um festzustellen, ob Ihnen Einspeisetarife zur Verfügung stehen, wenden Sie sich für weitere Einzelheiten an Ihre örtliche Energiebehörde.

Wie kannst du helfen

Wenn in Ihrer Region keine Einspeisetarife verfügbar sind und Sie sich für die Bekämpfung des Klimawandels, die Reduzierung von Treibhausgasemissionen und die Förderung unserer einheimischen Industrie für erneuerbare Energien interessieren; dann schreiben Sie bitte an Ihren lokalen gewählten Vertreter und bitten Sie ihn, die Bruttoeinspeisevergütung als die effektivste Möglichkeit zur Steigerung der Solarstromnutzung zu betrachten.

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